Quelle: FTD vom 15.11.2004
Angela Merkel, Edmund Stoiber
Gesundheitspolitik
CDU und CSU präsentieren gemeinsames
Gesundheits-Konzept
CDU und CSU haben sich auf der Grundlage
der Beschlüsse des Leipziger Parteitages auf gemeinsame Leitsätze für eine
Reform des Gesundheitswesens verständigt. "Die bisherigen Maßnahmen konnten
jeweils nur für kurze Zeit sicherstellen, dass der Problemdruck im System der
gesetzlichen Krankenversicherung beherrschbar blieb", sagte die CDU-Vorsitzende
Angela Merkel am Montag vor der Presse in Berlin. Um den Wandel im
Gesundheitsbereich zu gestalten, strebe die Union die Einführung eines
"solidarischen Gesundheitsprämien-Modells" an.
Dieses Konzept ermögliche es, die
Gesundheitskosten jedem einzelnen zuzuordnen; zudem könne so eine
"Demographie-Reserve" aufgebaut werden, erklärte die Partei- und
Fraktionsvorsitzende. Bestandteile des Gesundheitsprämien-Modells seien eine
Arbeitgeberprämie und eine "persönliche Gesundheitsprämie", die für jeden
Erwachsenen "auf heutiger Basis monatlich 109 Euro" betrage. Dabei
zahlten die Versicherten maximal sieben Prozent ihres Einkommens. Die
Arbeitgeberbeiträge sollen bei 6,5 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens
(max. 60,00 € - TE) festgeschrieben werden.
Für Kinder - einschließlich der privat
Versicherten - solle keine eigene Gesundheitsprämie fällig werden, unterstrich
die CDU-Vorsitzende.
Ihre Mitversicherung werde von der
Allgemeinheit getragen und aus Steuermitteln finanziert. Dazu solle der
Spitzensteuersatz von 42 auf 39 Prozent statt wie ursprünglich vorgesehen auf 36
Prozent gesenkt werden.
Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber
betonte, dass sich die Diskussion der Unionsparteien in den letzten Monaten
gelohnt habe: "Wir haben gemeinsam einen guten Kompromiss gefunden, und ich bin
mit diesem Ergebnis zufrieden", erklärte Stoiber. "Wir sind jetzt in der Lage,
bei einer Regierungsübernahme sofort handeln zu können". Die Union habe sich auf
ein "modernes, zukunftsfähiges und auf ein solidarisches Gesundheitskonzept
geeinigt".