Quelle: Aus der FTD vom 21.12.2004  

Deka-Fonds stößt Risiko-Immobilien ab
Von Reinhard Hönighaus, Frankfurt

Die Deka-Bank reagiert mit einem Radikalumbau auf die Probleme ihres offenen Immobilienfonds. Deka-Chef Axel Weber legte am Montag einen Vier-Punkte-Plan vor, mit dem der Fondsanbieter der Sparkassen die Mittelabflüsse aus dem Fonds stoppen und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen will.

Wichtigste Maßnahme: Nahezu unvermietete Gebäude wie das Frankfurter Hochhaus "Skyper", die laut Wirtschaftsprüfern zu einer Bewertungslücke von 710 Mio. Euro geführt haben, werden aus dem Fonds herausgelöst und auf die Deka-Bank überschrieben - oder am Markt verkauft.

"Wir wollen die Diskussion um die Bewertung beenden", sagte Weber am Montag. Die Bank nimmt dafür hohe Wertberichtigungen in Kauf. "Das Maßnahmenpaket wird uns um die 500 Mio. Euro vor Steuern kosten." Dennoch werde das Betriebsergebnis der Bank vor Risikovorsorge im laufenden Geschäftsjahr wie erwartet bei 521 Mio. Euro liegen, da die Deka durch den Verkauf von Wertpapieren stille Reserven heben könne, sagte Weber.

Liquiditätskrise drohte
Hartes Durchgreifen war nötig geworden, da Anleger in diesem Jahr 1,7 Mrd. Euro aus dem überwiegend in Deutschland investierenden Deka-Immobilienfonds abgezogen hatten. Grund dafür war die schlechte Wertentwicklung wegen der Krise am Büromarkt. Die mutmaßliche Verwicklung eines Deka-Managers in den Frankfurter Korruptionsskandal brachte den Fonds zusätzlich ins Gerede. Als eine Liquiditätskrise drohte, musste die Bank die zurückgegebenen Anteile in den eigenen Bestand übernehmen.

Bei der Rettungsaktion brachten die Wirtschaftsprüfer von Deloitte auch die Bewertungslücke von 710 Mio. Euro ans Licht. Eine Prüfung durch KPMG im Auftrag der Finanzaufsicht BaFin komme nun zu einem ähnlichen Ergebnis, sagte Weber. Konsequenz: "Wir werden die Risiken aus dem Fonds eliminieren, um den Anlegern Stabilität zu geben."

Transparenz-Versprechen teilweise eingelöst

Die Mittelabflüsse haben sich mittlerweile verlangsamt. "Es gab Tage, da flossen täglich 50 Mio. Euro ab, das bewegt sich jetzt bei 6 bis 7 Mio. Euro", sagte Weber. Er hatte im Oktober das Management der Immobilientochter ausgetauscht.

Als zweite Maßnahme des Stabilisierungsplans löst die Deka ihr Transparenz-Versprechen zumindest teilweise ein. In den Rechenschaftsberichten ihrer drei Immobilien-Publikumsfonds legt die Deka künftig genaue Angaben über Verkehrswerte, nachhaltige Mieten und Kaufpreise der einzelnen Objekte offen. Außerdem werden interne Kontrollen verschärft. Eine Charmeoffensive bei Analysten, Rating-Agenturen und Sparkassen-Beratern soll den Fondsabsatz fördern.