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Unfallversicherungen


Was ist eine Unfallversicherung?

Jedes Jahr verunglücken in Deutschland sechs Millionen Menschen, alle fünf Sekunden einer. Glücklicherweise verlaufen die meisten dieser Unfälle glimpflich. Doch ein Unfall ist ein unkalkulierbares Risiko, das unter Umständen mit erheblichen finanziellen Konsequenzen für Sie und Ihre Familie verbunden ist.

Mit einer privaten Unfallversicherung können Sie das finanzielle Risiko eines Unfalls abfangen. Die Unfallversicherung ergänzt Ihre gesetzliche Unfallversicherung oder ersetzt diese vollständig, wenn Sie nicht durch die Gesetzliche versichert sind.

Die Unfallversicherung soll das Invaliditätsrisiko absichern. Und das muss nicht gleich Querschnittslähmung bedeuten. Auch Verletzungen nach einer erhöhten Kraftanstrengung gelten als Unfall und können Invalidität zur Folge haben. So kann zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss die Bewegungsfreiheit des Beins dauerhaft eingeschränkt sein. Und das kann schnell beim Squash oder Fußballspielen passieren.

Welche Risiken sind versichert?


Grundsätzlich soll die private Unfallversicherung in erster Linie das Invaliditätsrisiko abdecken. Wenn Sie durch einen Unfall dauerhafte Beeinträchtigungen erfahren, also Invalidität vorliegt, dann zahlt Ihre Unfallversicherung entsprechend dem Invaliditätsgrad.
Bei Vertragsabschluss haben Sie die Möglichkeit, die Zahlung in einer einmaligen Summe oder aber einer monatlichen Rente zu vereinbaren. Es ist auch möglich beide Zahlungsarten zu kombinieren.

Neben der Invaliditätsleistung können weitere Leistungen zum kurzfristigen Ausgleich von Unfallfolgen versichert sein. Dies sind im Einzelnen:

Übergangsleistung
Die Übergangsleistung wird fällig, wenn Sie nach dem Unfall in Ihrer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit langfristig (in der Regel länger als drei oder sechs Monate, je nach versichertem Tarif) zu mehr als 50% beeinträchtigt sind.

Tagegeld
Wenn Sie durch einen Unfall arbeitsunfähig werden, erhalten Sie für die Dauer Ihrer Genesung den vereinbarten Tagegeldsatz ausgezahlt. Bei teilweiser Beeinträchtigung der Arbeitsunfähigkeit wird er entsprechend abgestuft.

Krankenhaustagegeld
Ist nach einem Unfall eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig, so erhalten Sie für die Dauer der stationären Behandlung das vereinbarte Krankenhaustagegeld.

Genesungsgeld
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erhalten Sie ein Genesungsgeld gemäß der vertraglichen Vereinbarungen. In der Regel ist dies die gleiche Summe, die Sie als Krankenhaustagegeld erhalten haben.

Todesfall-Leistung: Stirbt der Versicherte innerhalb eines Jahres an den Folgen eines Unfalls, wird die vertraglich vereinbarte Todesfall-Leistung fällig.

Folgende Risiken werden nicht von der Unfallversicherung erfasst:
  • Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen (z.B. Trunkenheit),
  • Vorsätzliche Selbstbeschädigung und Selbstmord,
  • Unfälle durch Kriegsereignisse und aktive Beteiligung an inneren Unruhen,
  • Unfälle als Berufs- und Sportflieger, sowie Fallschirmspringen,
  • Infektionen und Vergiftungen,
  • Unfälle bei der Teilnahme an Rennveranstaltungen mit Motorfahrzeugen,
  • Unfälle durch Kernenergie.


Was kostet der Versicherungsschutz?


Für die Beitragsberechnung wird bei Männern zwischen den Gefahrengruppen A (tendenziell akademische Berufe) und B (tendenziell handwerkliche Berufe) unterschieden. Frauen werden, unabhängig von ihrer Berufstätigkeit, nicht in Gefahrengruppen eingeteilt. Kinder können zu einem günstigen Kindertarif versichert werden.

In der Unfallversicherung hängt die Höhe der Beiträge unter anderem von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab. Sollte sich diese einmal ändern, so müssen Sie dies unverzüglich Ihrer Versicherung mitteilen.

Die Höhe der Beiträge hängt im Wesentlichen von der Höhe der versicherten Leistungen ab. Je mehr "Zusatzleistungen" - wie beispielsweise Krankenhaustagegeld - Sie möchten, desto höher sind die Beiträge.

Je nach versicherter Leistung kostet eine private Unfallversicherung zwischen 5 und 30 Euro pro Monat, bei hohen Versicherungssummen auch mehr.

Was ist zu tun im Schadensfall?


Nach einen Unfall, der voraussichtlich eine Leistungspflicht mit sich bringt, müssen Sie direkt einen Arzt aufsuchen und Ihre Versicherung informieren.

Todesfälle sind unverzüglich innerhalb von 48 Stunden der Versicherung anzuzeigen, auch wenn der Unfall bereits gemeldet wurde.
 


Berufsunfähigkeits- Versicherungen


Was ist eine Berufsunfähigkeits-Versicherung?


Eine Berufsunfähigkeits-Versicherung schließen Sie für einen festgelegten Zeitraum ab. Innerhalb dieses Zeitraums müssen Sie einen regelmäßigen Beitrag zahlen. Dafür zahlt Ihnen die Versicherung eine vereinbarte Rente, wenn Sie innerhalb des versicherten Zeitraum berufsunfähig werden.

Eine Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn Sie infolge ärztlich nachzuweisender Krankheit, Kräfteverfall oder Körperverfall voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außer Stande sind, Ihren Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben.

Die Berufsunfähigkeits-Versicherung gibt es als eigenständige Versicherung oder als Zusatzversicherung zu Lebens- oder Rentenversicherung.

Warum brauche ich eine Berufsunfähigkeits-Versicherung?


Wenn Sie berufsunfähig werden, hat das finanzielle Folgen. Einkommensteile oder eventuell auch das ganze Einkommen fallen weg. Auch wenn Sie Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, ist nur ein kleiner Teil Ihres Einkommens abgesichert, weil gerade in diesem Punkt die Versorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung relativ schwach ist. So liegt die durchschnittliche gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente in den alten Bundesländern bei Männern bei rund 610 Euro, bei Frauen bei rund 410 Euro.
Kurz: Für die Miete mag dies bei den meisten nicht einmal reichen. Wer sich nur auf die gesetzliche Absicherung stützt, dem droht, wenn es ernst wird, mit Verlaub der knallharte soziale Abstieg.

Eine Berufsunfähigkeits-Versicherung fängt dieses finanzielle Risiko auf. Durch sie erhalten Sie eine Rente, unabhängig davon, ob die Berufsunfähigkeit durch einen Unfall oder durch eine Krankheit entstanden ist. Für Spitzfindige: Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber einer Unfallversicherung. Denn nur etwa 10 Prozent aller Invaliditätsfälle gehen auf einen Unfall zurück, 90 Prozent dagegen auf eine Krankheit.

Welche Leistungen sind versichert?


Die Höhe der versicherten Rente muss individuell ermittelt werden. Stellen Sie die Überlegung voran, wie hoch Ihre Versorgung im Falle einer Berufsunfähigkeit sein muss. Hiervon ziehen Sie die bereits bestehende Absicherung ab. Dies können Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus bereits bestehenden Versicherungen oder Kapitalanlagen sein. Die Differenz ist die so genannte Versorgungslücke, die Sie in jedem Fall absichern müssen.

Ein wichtiges Leistungsmerkmal ist die so genannte "Verweisungsklausel". Danach kann Ihre Versicherung Sie auf einen anderen Beruf verweisen, wenn Sie Ihren aktuellen Beruf nicht mehr ausüben können. Gute Versicherungen verzichten jedoch auf dieses Verweisungsrecht. Fragen Sie auf jeden Fall nach und vermeiden Sie diese Klausel.

Was kostet die Versicherung?


Der Beitrag für die Versicherung hängt von der Höhe der versicherten Rente und von der Laufzeit des Vertrages ab. Einfluss auf die Beitragshöhe können auch Ihr Alter, Ihr Geschlecht und Ihr Beruf haben. Bis zum Vertragsabschluss bereits aufgetretene Erkrankungen können sich ebenfalls auf die Beitragshöhe auswirken.

Was ist im Schadensfall zu tun?


Sollte eine Erkrankung oder ein Unfall eintreten, der zur Folge haben könnte, dass eine Berufsunfähigkeit eintritt, informieren Sie Ihr Versicherungsunternehmen.
Bewahren Sie unbedingt vorhandene Untersuchungsberichte, Unfallberichte und Ähnliches auf. Dies vereinfacht bei Eintritt des Versicherungsfalles die Schadensbearbeitung und führt zu einer schnelleren Leistungszahlung.